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FAQ >> Unterschied red/blue line

Worin liegt der klangliche Unterschied zwischen den Produkten STW7 red und STW7 blue line?

Wir gestehen Klangunterschiede zwischen unseren beiden Schallwandlern bezüglich unterschiedlichem Membranmaterial, STW7 red (Polyester PET auch als Mylar bekannt) und STW7 blue (Polyvinylchlorid PVC) mit unseren Messmöglichkeiten nicht nachweisen zu können. Dabei beschränken wir uns auf die Freifeldfrequenzgangmessung in unserem keinen reflexionsarmen Raum. Wir bemühen uns beide Varianten mit einem möglichst geradlinigen horizontal verlaufenden Frequenzgang im Bereich von 40...15000 Hz vor allem bei Charakteristik „Niere“ herzustellen. Zur Messung bauen wir unsere Wandler in einen gering reflektierenden Schutzkorb ein, den Neumann- Korb vom U67. Im Gehäuse der M7 ist auch unser STW7 weniger linear, sondern entspricht charakteristisch der M7- Kapsel.

Im Gegensatz zur Messtechnik (Messmikrofon) können jedoch in der Studiotechnik auch andere Frequenzgänge beliebt sein z.B. wie beim Wandler STW7H. Unterschiede im Frequenzgang ergeben sich vor allem aufgrund von veränderten Toleranzen bei der Elektrode z. B. für unseren Typ STW7H, der eine modifizierte Elektrode besitzt und bei welchem der geradling horizontale Frequenzgang bei hohen Frequenzen etwas bogenförmig (etwas Höhen betont) endet, ebenfalls unabhängig vom Membranmaterial. Wir favorisieren den Frequenzgang unserer Standardausführung STW7 auch deshalb, weil er dem original-vintage Wandler am nächsten kommt.

Aus unserem Reparatur- reskin- Service haben wir erkannt, dass die mechanische Membranspannung über die Zeit von vielen Jahren bei Membranen z.B. Mylar etwas nachlassen kann, während diese bei sehr alten PVC- Membanen eher etwas zugenommen haben kann. Somit liegt die Vermutung nahe, dass kleine Veränderung im sound, (Bassbereich etwas schwächer, Höhen etwas mehr und etwas Verlusst an Empfindlichkeit und Rückwärtsdämpfung, aufgrund straff gespannter Membran) als Ursache von Alterung (PVC), entstanden ist und nicht ihre Ursache in der chemischen Zusammensetzung des Membranmaterials unmittelbar hat.Eine solche kleine Veränderung wird möglicherweise mithin gern hingenommen, denn den ältesten PVC- Wandlern hat man manchmal den besten Klang bescheinigt. Wir geben der neuen Membran (reskinn) die vorgesehene mechanische Spannung einheitlich wie bei unseren STW7- red und blue bzw. denen von FLEA gefertigten Elektroden (unser red) und nicht unbedingt so wie wir diese vor unserer Reparatur vorgefunden haben. Damit entstehen u.U. kleine Klangunterschiede für PVC und Mylar von alt (straffere Membran bzw zu wenig gespannte Membran) und neu.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass wir vor mehr als 20 Jahren erstmalig den M7- Wandler klebend mit Mylar bzw. MCF-Membranen bestücken konnten. Viele Jahre zuvor hatte Neumann Berlin den M7- Wandler für K47 modifiziert um Mylar mittels Schrauben befestigen zu können und danach die Fertigung des M7- Wandlers im Gegensatz zu MTG einzustellen. Abgesehen vom größerem Außendurchmesser des K47 – Wandlers (34 mm statt 32 mm) ist die Elektrode sonst mit dem M7- Wandler identisch, so dass auch hier die Frage nach Klangunterschieden M7/PVC und K47/PET aber auch bezüglich vergrößertem Durchmesser von Interesse sein kann, zumal U47/48 sowohl mit M7 als auch K47 gefertigt wurden. Mit Hilfe unseres Rings 32/34 kann der Außendurchmesser des M7- Wandlers oder unser STW7 zu K47- Einbaugegebenheiten adaptiert werden. Die Vergrößerung des Außendurchmessers ist aber akustisch ungünstiger. Deshalb ist man bestrebt Haltespangen möglichst dünn zu auszulegen, aus einem refelxionsarmen Material wie Plastik herzustellen oder/und nur Segmenthalter (siehe unsere Angebote) einzusetzen. Damit wird der Wandler nicht völlig umschlossen und verdickt und somit kurzer Weg für den Schall außen um Wandler herum erfüllt. Dafür bietet unser Wandler STW7.1 red oder STW7.1 blue die günstigsten Voraussetzungen indem mit dem Segmenthalter STS7.1 nur ein Teil des Wandlerumfangs verdickt wird und der überwiegende Teil frei bleiben kann. Somit wird der Frequenzgang kaum beeinflusst.

Um Klangunterschiede für unterschiedliche Membranmaterialien auszumachen, müsste man versuchen Unterschiede in der Klangfarbe zu ermitteln. Frequenzanalysen (Oberwellen) und Impulsverhalten haben wir nicht untersucht. Wir sind der Meinung, dass die Beurteilung der Klangfarbe besser subjektiv, durch Hörvergleiche erfolgen kann. Wir sind leider selbst keine Toningenieure, so dass wir nur Erfahrungen unserer Kunden wiedergeben können, wobei Erfahrungen mit unserer blue Variante nur bis 2008 zurückgehen können, während die red-Variante darüber hinaus über unseren reskinn-Service weiter zurückreicht.

Man kann nicht unterscheiden nach dem besseren Klang, sondern unseren Kunden zufolge, ist demnach der Klang geringfügig anders, wobei einige Kunden unsere red- und andere unsere blue-Variante bevorzugen. Wir sind leider nicht im Stande solche Unterschiede beschreiben zu können. Wenn an dieser Stelle an Klangunterschiede von Röhre und Transistor erinnert sei, dann ist noch heute die Röhre begehrt, obgleich sie oft schlechtere messbare Eigenschaften hat als der Transistor. Neumann-MTG dessen Vertragswerkstatt wir waren, hat sehr lange Zeit PVC bevorzugt. Wir hingegen setzten zuerst Mylar ein, weil wir zunächst nicht im Stande waren PVC- Membranen herzustellen und dann sich zeigte, dass der von uns mit Mylar bzw. MCF reskinned -M7-Wandler gut funktionierte, beeilten wir uns nicht PVC Membranen herzustellen. Inzwischen setzen auch Produzenten von Billigmikrofonen gleichfalls Mylar für Kondensatormikrofonen ein. Da sich allmählich wieder mehr Bedarf für PVC-Membranen ergab begannen wir 2008 mit unserer Wandlerfertigung in red und blue.

Die Material- und Fertigungsunterschiede für die beiden Kunsstofffoliemembranen sind erheblich, deshalb nehmen wir an, dass Klangunterschiede in der Klangfarbe damit begründet werden können, da Metallmembranen auch anders klingen als Kunststoffmembranen, obgleich dafür noch andere Faktoren zu berücksichtigen sind. Auch Nickelfolien und daraus Membranen stellen wir selbst her. Die PVC Membran ist härter als Mylar/MCF. Das Gefüge von Mylar kann aufgrund von extrudieren und recken als inhomogen bezeichnet werden. Die von uns selbst gegossene PVC-Folie (ca.6µm dick) hingegen als homogen und sehr dicht. Die mit Gold bedampfte Oberfläche zeigt optisch bei unserer blue- Version die beste Fähigkeit zum Spiegeln. Bei unserer red- Version verringern wir durch Nachbehandlung der Folie die unterschiedlichen Eigenschaften für Ausdehnung, Elastizität bezgl. Länge und Breite, welche sich aufgrund des industriellen Herstellungsverfahren ergeben haben. Bei unserer PVC Verarbeitung, wobei wir je eine kleine Folie pro Membran (kreisförmige Fläche) gießen, gibt es keine auf Länge und Breite bezogene Unterschiede.

Die etwas größere Porösität bei Mylar ist bezüglich Wasseraufnahme und damit auch Staubaufnahme vor allem an der unbedampften Fläche der Membran etwas ungünstiger als bei PVC und verursacht bei Nahbesprechung eher Rauschen aufgrund der Feuchte, dass aus diesem Grund reskinnen nötig wird. Wir setzen gern MCF statt Mylar ein, welches bezüglich Wasseraufnahme etwas günstiger als Mylar ist. Eine Trennung zwischen Mylar und MCF heben wir bei unserer red-Version nicht hervor. Wasseraufnahme tritt infolge von Luftfeuchtigkeit auf und bewirkt zeitweilig ein geringes Nachlassen der mechanischen Membranspannung. Wir gehen davon aus und hoffen aufgrund unserer eigenen Technologie, dass unsere STW7-red und blue Wandler eine sehr lange Lebensdauer haben werden, Membranveränderung und Schäden vernachlässigbar sind und somit der Klang unverändert erhalten bleibt.